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Strategie
14/02/2018

Wie künstliche Intelligenz unser Leben verändert

Dr. Ulrich Eberl, Wissenschafts- und Technikjournalist, über den Aufbruch ins Zeitalter der Roboter und smarten Computer
Dr. Ulrich Eberl
Dr. Ulrich Eberl, Wissenschafts- und Technikjournalist

Dr. Ulrich Eberl über die Revolution, die unser Leben grundlegend verändern wird

Die Entwicklung ist unaufhaltsam. Maschinen lernen zuhören und sprechen, Bilder erkennen und Texte analysieren, Sensordaten bewerten und Prozesse optimieren, Autofahren und im Haushalt helfen – wir werden überall umgeben sein von smarten Maschinen. Das Smartphone war erst der Anfang. Das Smart Car, das selbstfahrende, elektrische und vernetzte Auto, wird im nächsten Jahrzehnt ebenso alltäglich sein wie die Smart Factory – die als Industrie 4.0 bekannt ist – oder das Smart Grid, das intelligente Stromnetz, das Angebot und Nachfrage in künftigen Energiesystemen möglichst gut ausbalanciert und technische Probleme erkennt, bevor noch eine Komponente ausfällt. Bei den Gebäuden können wir uns auf das Smart Home freuen, das intelligente Zuhause, das für höheren Komfort, mehr Sicherheit und Energieeinsparung sorgt. Auch werden schon ganze Städte, die ihre Infrastrukturen – vom Verkehr bis zum Strom- und Wärmenetz – vernetzen und leichter steuerbar machen, als Smart Cities geplant. Hinter all diesen smarten Maschinen und Systemen stecken nicht nur die Digitalisierung und Automatisierung, sondern vor allem ein Trend, der alle Lebensbereiche radikal verändern wird: die Künstliche Intelligenz. Dass sich dieses Gebiet nach vielen Jahren der Stagnation gerade jetzt so explosionsartig entwickelt, beruht auf vier Faktoren, die sich gegenseitig stark vorantreiben:

Wenn maschinelles Lernen, kognitive Computer und die besten Roboter zusammenkommen, dann werden sie eine Revolution auslösen, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat.

Dr. Ulrich Eberl, Wissenschafts- und Technikjournalist

1. Die enorme Steigerung der Leistungsfähigkeit von Mikrochips.

Die besten Smartphones von heute können so schnell rechnen wie ein Supercomputer Mitte der 1990er-Jahre, bei einem Zehntausendstel der Kosten und des Energieverbrauchs. Und eine ähnliche Steigerung – der Rechenleistung, der Speicherfähigkeit und der Datenübertragungsrate – können wir in den kommenden 25 Jahren noch einmal erwarten.

2. Die Miniaturisierung von Bauelementen.

Kameras und Sensoren werden immer kleiner und billiger. Die Tatsache, dass sie für Roboter und Smartphones ebenso gebraucht werden wie für autonome Fahrzeuge oder das Smart Home, erhöht die Stückzahlen und senkt die Preise.

3. Leistungsfähigere Soft- und Hardware.

Mit sogenannten Deep-Learning- Verfahren lässt sich die Funktionsweise von Milliarden von Nervenzellen simulieren. Insbesondere das automatische Erkennen von Bildern, Texten und Sprache wird dadurch enorm verbessert. Zudem haben Forscher neuromorphe Chips entwickelt, die das Verhalten von Nervenzellen nicht per Software sondern elektronisch nachbilden: Sie lernen zehntausendfach schneller als unser Gehirn und millionenfach schneller als Supercomputer.

4. Die Datenexplosion im Internet.

Derzeit werden jeden Tag von Menschen und Maschinen zehnmal mehr neue Daten produziert, als in allen Büchern der Welt enthalten sind. Bis 2020 wird sich der Datenschatz erneut verfünffachen, und fast 40 Prozent davon werden über Internet-Technologien, also in der Cloud, weitergeleitet oder gespeichert. All die Milliarden von Bildern, Texten, Videos und Audiodateien lassen sich als perfektes Trainingsmaterial für smarte Maschinen nutzen. Dadurch lernen sie immer besser sehen, lesen und sprechen. Außerdem müssen Roboter in Zukunft nicht mehr alles, was sie an Daten und Fähigkeiten benötigen, bei sich tragen, sondern können es bei Bedarf wie Apps aus dem „RoboNet“ herunterladen oder auch Aufgaben ins Netz auslagern. All diese Trends und Technologien belegen: Die smarten Maschinen der Zukunft werden eigenständig lernen, Wissen erarbeiten und immer besser darin werden, die Menschen zu unterstützen. Wir werden mit unseren Smartphones echte Gespräche führen können, Computersysteme werden für Ärzte, Anwälte oder Banker Millionen von Patientenakten, juristischen Fällen oder Börsennachrichten durchforsten und kluge Empfehlungen geben. In den Fabriken und Lagerhallen werden kollaborative Roboter direkt – also sozusagen Hand in Hand – mit den Menschen zusammenarbeiten. Auf den Gehsteigen werden autonome Einkaufswägen rollen, in der Luft liefern Drohnen eilige Pakete aus, und auf den Straßen lassen sich immer mehr Menschen von selbsttätig fahrenden Autos bequem an ihre Zielorte kutschieren. Kurz: Wir werden künftig in einer Gemeinschaft von Menschen und smarten Maschinen leben – und sollten uns schon heute darauf vorbereiten, wie wir damit umgehen und den größten Nutzen daraus ziehen.

"Smarte Maschinen"- Wie künstliche Intelligenz unser Leben verändert

Sind Roboter und smarte Computer ein Segen für die Menschheit oder eher eine Gefahr für Arbeitsplätze, Privatsphäre und Sicherheit?
Dr. Ulrich Eberl beschreibt in seinem Buch „Smarte Maschinen – wie Künstliche Intelligenz unser Leben verändert“ anschaulich und präzise die faszinierenden Entwicklungen auf dem Gebiet, das den Kern unseres Selbstverständnisses trifft: die menschliche Intelligenz.

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