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Strategie
21/02/2018

Wenn es „etwas anders“ perfekt passt

Von der Modifikation zur Individualisierung

Manche Anforderungen sind nur dann zu erfüllen, wenn das Produkt aus dem Katalog leicht verändert wird. In der Vergangenheit waren solche Modifikationen aus Produktionssicht unerfreulich, denn sie passten nicht in eine Serienproduktion. Heute greifen Konzepte für die wandelbaren Industrie 4.0 Fertigungen. Das macht es einfacher, denn auch die Prozesse sind durch die Digitalisierung beherrschbar geworden. So findet ein Umdenken statt, aus dem Sonderprodukt als kundenspezifischen Modifikation wird ein individualisiertes Produkt, dem zukünftigen Standard beim Kunden.

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Als typische Modifikationsanfragen werden Kundenwünsche wie etwa Bedruckungs- und Farbänderungen, Implementierungen von Kundenlogos oder leichte mechanische Nachbearbeitungen eingeordnet. Ausgehend von dem in dieser Ausgabe definierten 5-Stufen-Modell bildet die zweite Stufe bei HARTING die Modifikation eines Produkts ab. Wir sprechen dann von einer Modifikation, wenn ein entwickeltes Produkt durch modifizierende Eingriffe im Nachgang der Entwicklung für einen Kunden individualisiert wird. In Abgrenzung dazu ist die Neu-Entwicklung definiert, die dann zum Tragen kommt, sobald ein breiterer Invest in ein Werkzeug innerhalb der Entwicklungsarbeit notwendig ist.

Modifikation

Vor dem Hintergrund einer zukünftigen Produktion von kundenindividuell gestaltbaren Gehäusen müssen die digitalen Prozesse als Konsequenz auch die Positionierung des Modifikationswunschs umfassen. Es muss also dem Kunden über ein Frontend möglich sein, den Prozess eigenständig digital zu initiieren. Die Grundvoraussetzung für das Ermöglichen dieses Schrittes ist allerdings die Implementierung eines Systems, das eigenständig die technischen Anforderungen am Gehäuse auf der Grundlage der Entwicklungsrichtlinien automatisiert überprüft. So muss das System etwa gewährleisten, dass beispielsweise ein adäquater IP Schutz gegeben ist, ebenso soll es gemäß eines Experten beurteilen, ob die gewünschte Lösung technisch sinnvoll und empfehlenswert ist. Fest steht: Der Kunde ist ein Experte für seine Applikation und nicht zwangsläufig für den Steckverbinder. Ein solches Frontend ist zwar aktuell noch Zukunftsmusik, mittelfristig geht es aber eindeutig in diese Richtung.

Die Grundvoraussetzung für eine schnelle und professionelle Bearbeitung der Modifikationswünsche der Kunden ist ein weitestgehend automatisierter interner Ablauf.

Ein solcher ist bei HARTING bereits realisiert:

Workflow-basierte Prozesse treten nach Eingang des Kundenwunschs umgehend in Kraft, Entwicklungs- und Fertigungsaufträge werden erstellt, Ansprechpartner und Produktbaureihen sind entsprechend definiert. Zu jedem Zeitpunkt dieses weiteren digitalen Weges ist es jedem Vertriebsmitarbeiter weltweit möglich, den aktuellen Bearbeitungsstatus einzusehen und die Umsetzung nachzuverfolgen. Daraus resultiert eine massive Reduzierung der Durchlaufzeiten durch die Digitalisierung der internen Prozesse.

Beispielhaft für eine individuelle Gestaltung der Gehäusekabeleinführung ist das so genannte „Daisy Chaining“ zu nennen. Auf diesem Gebiet existieren nur wenige Standards, obwohl der Bedarf an individuellen Varianten zunehmend steigt. Grundsätzlich wird hier dem Ansatz gefolgt, ein Tüllengehäuse mit mindestens zwei Gehäuse-Einführungen zu versehen – eines für die kommende sowie eines für die abgehende Leitung.

Der Han® Konfigurator ist wiederum als Beispiel für das Schließen des digitalen Wegs der Kette zum Kunden geschlossen. Er kombiniert nicht nur Bauteile, sondern bietet funktionale Lösungskonzepte. Der konsequente Ausbau des Konfigurators wird zukünftig zusätzliche Möglichkeiten der typischen Modifikationsanfragen leisten können. 

Darüber hinaus werden langfristig generative Fertigungsverfahren den Umfang von Modifikation und Individualisierung noch weiter erhöhen. Die digitalen Prozesse bleiben dabei identisch.

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