Direkt zum Inhalt
Strategie
26/11/2019

Rear-Fit-Option vereinfacht Schaltschrankbau

Carsten Edler
Carsten Edler
Industry Segment Manager, HARTING Electric
Rear-Fit-Option

Neue Steckverbinder ermöglichen die rückwärtige Montage von Einsätzen für Schnittstellen in Windenergieanlagen. Die Montage-Option erleichtert die Installation von Schaltschränken, da sich viele Arbeitsschritte von der Innenseite des Schaltschranks her durchführen lassen. Zudem können mehr Prozesse in die Vorkonfektionierung verlagert werden, was teure Fachkraft-Stunden für die Feld-Installation vermeidet.

Die Suche nach Einsparmöglichkeiten ist ein Thema, das die Windenergie-Industrie immer wieder beschäftigt. Dabei werden alle Bereiche der Wertschöpfungskette auf den Prüfstand gestellt, damit wettbewerbsfähige Windenergieanlagen (WEA) für verschiedene Märkte angeboten werden können. Aber wie erfolgreich diese Strategien auch sein mögen: Die angestrebten Reduzierungen lassen sich nicht ausschließlich immer dadurch erzielen, dass niedrigere Einkaufspreise für Materialien und Bauteile durchgesetzt werden. Es bedarf zusätzlich neuer Ideen und Ansätze. Besonders erfolgversprechend ist dabei die Zusammenarbeit von Lieferanten und Herstellern auf dem Gebiet des Schaltschrankbaus.

Rear-Fit-Option

Fehlerreduzierung bei der Montage vor Ort

Der Schaltschrank ist ein entscheidender Bestandteil jeder Windenergieanlage, da er das Steuerungssystem für die Gesamtanlage inklusive Schütze, Relais und Überspannungsschutz-Systeme enthält. Schaltschränke werden von Zulieferern an einigen zentralen Orten vormontiert und dann weltweit an die Gondel- oder Endmontagen ausgeliefert.

Die rückwärtige Montagetechnik beschleunigt den Zusammenbau. Als Teil der Elektroinstallation können Steckverbinder vom Innern des Schaltschranks her rückwärtig in ein Anbaugehäuse eingerastet werden. Für diese Option werden vorzugsweise vorgefertigte Subsysteme verwendet. Dabei können alle erforderlichen Arbeitsschritte für elektrische Baugruppen an einem dafür optimierten Industriearbeitsplatz erledigt werden, was größtmögliche Effizienz gewährleistet. Die Kabelbäume werden in der Fertigung in die Schaltschränke montiert. Und die Schnittstellen zur Einbindung der Systemperipherie lassen sich – abhängig vom jeweiligen Konzept der WEA – in der Produktion oder auf der Baustelle anschließen.

Die rückwärtige Montage gibt es sowohl für die Han® B-Metallgehäuse als auch für die Han B®-Kunststoffversionen, die miteinander steckkompatibel sind. Die Einsätze sind frei wählbar, so dass sowohl Monoblöcke als auch modulare Steckverbinder für die Übertragung unterschiedlicher Medien (Daten, Signale, Leistung) und verschiedene Anschlusstechniken zur Verfügung stehen.

Mit der Möglichkeit der rückwärtigen Montage eröffnet sich ein erhebliches Optimierungspotenzial für die Herstellung und die Installation von Schaltschränken. Das Verfahren wirkt sich zeitsparend auf den Anschluss aus, senkt die Fehlerquote und führt deshalb zu Kosteneinsparungen.

Gondeln nicht für den Schaltschrankbau optimiert

Bei Verwendung von Steckverbindern, die sich nicht rückwärtig montieren lassen, können die Kontakteinsätze erst während der Schaltschrankmontage mit den Kabelbäumen verbunden werden. Erst dann lassen sich die Adern durch den entsprechenden Ausschnitt in der Schaltschrankwand führen, um die Schnittstelle von außen zu montieren.

In den meisten festgelegten Abläufen dürfen nur Elektrofachkräfte diese Anschlussarbeiten für einen Schaltschrank ausführen. In einer Fertigung mit rückwärtiger Montage dagegen lassen sich die Abläufe so optimieren, dass die Installation mit größtmöglicher Effizienz realisiert wird.

Mit zunehmender Komplexität und Anzahl von Windturbinen haben entsprechende Einsparungseffekte an Bedeutung gewonnen. Je größer die Anzahl der Steckverbinder ist und je komplexer sich die Steuerung der Anlage gestaltet, umso mehr Einsparungen sind möglich – insbesondere, wenn der Hersteller die Montage an speziell ausgestaltenten Arbeitsplätzen durchführt.

Artikel weiterempfehlen

Eingeschränktes HTML

  • Zulässige HTML-Tags: <a href hreflang> <em> <strong> <cite> <blockquote cite> <code> <ul type> <ol start type> <li> <dl> <dt> <dd> <h2 id> <h3 id> <h4 id> <h5 id> <h6 id>
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Website- und E-Mail-Adressen werden automatisch in Links umgewandelt.