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Strategie
13/11/2019

Mit Standards neue Services ermöglichen

tec.news im Gespräch mit Dr. Andreas Hölscher
Dr. Andreas Hölscher

Dr. Andreas Hölscher ist bei der Festo AG & Co. KG als Senior Vice President Development für die Produktentwicklung verantwortlich. Im Interview mit tec.news sprach er über die Notwendigkeit von Standards im Umfeld von Industrie 4.0. Er sieht im Zeitalter neuer Technologien und Services eine durch Standards ermöglichte Interoperabilität als notwendig, um in heterogenen Systemen zu funktionieren.

tec.news: Welche Ziele müssen im I4.0-Zeitalter mit Standards erreicht werden?

Dr. A. Hölscher:

Im Rahmen von I4.0 wird die Gesamtlandschaft für Kunden nur abbildbar sein, wenn Komponenten unterschiedlicher Anwender auch relativ problemlos miteinander arbeiten und kommunizieren. Dies ist auch notwendig, denn kein Anbieter kann alles abdecken oder alle Probleme lösen, die in der Automatisierungstechnik gerade aktuell sind. Durch eine Einheitlichkeit und Durchgängigkeit muss verhindert werden, dass wir eine Situation vergleichbar zum damaligen Feldbuskrieg hervorrufen.

tec.news: Welche Aufgabe hat sich Festo gesetzt?

Dr. A. Hölscher:

Wir wollen kundenerlebbare Funktionen darstellen – die Kommunikationsebene in der Fabrik besitzt keinen Zusatznutzen für den Kunden. Das muss für ihn einfach funktionieren. Und wir müssen entsprechend mit den Feldbusprotokollen in den unterschiedlichen Märkten kompatibel sein. Wenn wir als Industrie Standards für die Bereiche Software und Service schaffen, dann schaffen wir die Möglichkeit bzw. die Plattform für weitere Marktteilnehmer, dieses Segment weiter anzureichern.

tec.news: Werden zukünftig Industriestandards von Normungsgremien bestimmt oder setzen sich eher De-facto-Standards durch?

Dr. A. Hölscher:

Wir müssen uns die technisch zu bewertende Frage stellen: Wo und wie setzen sich welche Standards durch? Ich bin der Meinung, dass es hier im Zusammenhang von I4.0 ein Nebeneinander bzw. Miteinander von Normen und herstellerspezifischen Standards geben wird. Wir bei Festo arbeiten aktiv in Organisationen mit, die Standards setzen und normieren. Denn für die Industrie ist ein offener Standard immer besser als eine rein proprietäre Lösung. Gleichzeitig werden wir aber auch proaktiv Lösungskonzepte als möglichen Standard propagieren. Eines ist klar: Es ist nicht unbedingt der eine Standard, der sich etabliert. Vielleicht ist es auch ein anderer als der, den man eigentlich als ideal ansieht. Man muss heute, um nicht vom Markt überholt zu werden, mehrere Lösungen betrachten, um entsprechend ans Ziel zu kommen. Eine Norm bedeutet darüber hinaus nicht, dass sie sich automatisch etablieren wird. Stellen Marktteilnehmer ihre Produkte nicht darauf um, bleibt die Norm nur ein Papier.

Mit Standards neue Services ermöglichen
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