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Strategie
22/05/2020

Die Bedeutung der Normung für Connectivity

Dr. Andreas Starke
Dr. Andreas Starke
General Manager Intellectual Property, HARTING Technologiegruppe
Die Bedeutung der Normung für Connectivity

Genormte Steckverbinder sind ein alltägliches Bild in unserem Leben; Mikro USB am Handy, RJ45 am PC, Ladestecker für Elektroautos - dabei ist Interoperabilität wichtiger. Das rein optische Bild eines Steckverbinders kann trügen. Nicht alles, was zusammensteckbar ist, funktioniert auch zuverlässig oder sicher. An einer Schuko-Steckdose in einem Haushalt gibt es maximal 16A. Damit kann man z. B. einen Heizlüfter bis zu 3.6kW anzuschließen. Oft erhitzt sich dann der Steckverbinder/die Steckdose, Kunststoffteile fangen an zu schmoren. Dabei ist doch alles im spezifizierten Bereich?

Als Entwickler von sicheren High-End-Steckverbindern würden die HARTING Ingenieure einen derartigen Kontaktstift zusammen mit seinem Gegenstück, der Buchse, durch spezielle Kontaktoberflächen, Materialien und ausgetüftelte Geometrien so optimieren, dass die Übertragung von Strömen bis zu 40A möglich sind. Wichtig dabei: Beide Teile, Stift und Buchse, müssen gemeinsam optimiert werden. Das tun alle Hersteller von industrietauglichen Steckverbindern so, aber: Jeder etwas auf seine eigene Art und mit Know-how. Deswegen ist ein sicheres Stecken eines Kontaktstifts des Herstellers A in die Buchse des Herstellers B nicht sicher. Das Ergebnis könnte schnell obigem Bild ähneln. Normung soll aber eine solche gemischte Verwendung sicherstellen, aber wie? Die Antwort: Gar nicht – zumindest nicht durch Normung allein. Ein gängiger Weg ist hier das Reduzieren der Leistungsspezifikationen, bei Normung der Basiseigenschaften der Kontakte. Also das aufeinander abgestimmte hochperformante System für 40A. Zum einen scheint das manchmal nicht auszureichen, denn solche Bilder wie oben sind ja bekannt. Zum anderen sollte Ingenieuren doch mehr einfallen als nur Downgrading.

Es braucht ein Kontaktsystem mit hoher Performance und Eignung für gemischtes Stecken. Dazu sind umfangreiche Detailfestlegungen nötig. Und auf diese müssen sich die Beteiligten im Normungsprozess einigen. Die Crux: Einer muss der Erste sein, der seine diesbezüglichen Überlegungen im Normungsgremium offenlegen muss, was verständlicherweise schwerfällt.

Wenn dies dann gelungen ist, sind noch die unterschiedlichen Fertigungsprozesse der Hersteller zu berücksichtigen – z. B. dadurch, dass Toleranzen großzügiger ausgelegt werden, als man dies bei einer Optimierung des Kontaktpaares tun würde. Die Performance eines genormten Kontaktpaares für gemischtes Stecken bleibt damit immer unter der eines nicht genormten, bis auf das letzte Detail aufeinander abgestimmten. Auch bleiben die technischen Weiterentwicklungsmöglichkeiten eines derart umfangreich in seinen Details genormten Systems hinter denen eines proprietären zurück.

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