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Strategie
15/11/2019

Das Fundament für Wachstum: Standards

Dr. Andreas Starke und Dr. Stephan Middelkamp
Dr. Andreas Starke, General Manager Intellectual Property und Dr. Stephan Middelkamp, General Manager Quality Management

Standards – im Sinne eines gemeinsamen Nenners von Anwender und Anbieter zur Definition einer gemeinsamen Lösung – begegnen uns überall und alltäglich, im Berufsleben und zu Hause. Doch warum ist es für ein Unternehmen wichtig und für dessen Zukunft entscheidend, Standards zu setzen? Gerade im Zuge der Entwicklung neuer Technologien ist hier eine Betrachtung auf unterschiedlichen Ebenen nötig. Welche Schritte sind es, um gemäß der HARTING Vision „die Zukunft mit Technologien für Menschen zu gestalten“? tec.news sprach dazu mit Dr. Stephan Middelkamp, General Manager Quality Management sowie mit Dr. Andreas Starke, General Manager Intellectual Property bei HARTING.

tec.news: Worin liegt die Notwendigkeit von Standards?

Dr. Stephan Middelkamp:

Stellen Sie sich vor, Sie könnten bei sich zu Hause eine individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmte Steckdose verwirklichen. So verlockend dies auch klingen mag – zum Zeitpunkt der Installationsphase hinsichtlich der Infrastruktur des Hauses wird es bereits problematisch. Spätestens dann, wenn ich im Elektronikfachmarkt erkennen muss, dass die Geräte, die ich kaufen möchte, nicht in meine Steckdose passen, ist das Projekt gescheitert. Standards dienen also dazu, eine herstellerübergreifende Kompatibilität zu gewährleisten. Der Verbreitungsgrad eines Produkts bzw. einer Lösung erhöht sich dann, wenn Dinge mehrerer Hersteller zusammenpassen und auch im System zusammenwirken können.

Standards dienen dazu, eine herstellerübergreifende Kompatibilität zu gewährleisten.

Dr. Stephan Middelkamp, General Manager Quality Management

Dr. Andreas Starke:

Damit ist die Perspektive des Anwenders beschrieben. Aus Anbietersicht ist hier vor allem der Investitionsschutz zu nennen. Wenn ich in eine Technologie investiere, dann ist das Risiko umso geringer, je mehr andere Anwender dieselbe Technologie ebenfalls wählen. Wenn dann sogar die Ersatzteile noch genormt sind, bin ich quasi auf der sicheren Seite.

tec.news: Mit dem Blick auf neue Technologien stellt sich die Frage: Braucht die Zukunft andere Standards als die heutigen?

Dr. Stephan Middelkamp:

Es ist vollkommen normal, dass zu einem bestimmten späteren Zeitpunkt ein Sättigungsgrad von Standards erreicht ist. Neue Technologien erschaffen neue Möglichkeiten, so dass der Schritt auf die nächste Ebene im Innovationszyklus nötig ist. Dies wird im folgenden Bild deutlich: Der Mensch lernte das Fliegen und brachte die Innovation „Flugzeug“ daraus hervor. Auf dessen Verbreitung folgte die Variantenbildung – Frachtflugzeuge, Passagierflugzeuge, die über die weiteren Jahre größer und schneller geworden sind. Massive Veränderungen haben seitdem gar nicht mehr stattgefunden. Um hier eine weitere Phase der Innovation anzustoßen, müsste beispielsweise die Drohnentechnologie in diese Richtung weiterentwickelt werden. Hinter jedem Standard steckt eine Idee und hinter jeder Idee stehen kreative Köpfe, die diese Idee verwirklicht haben.

Die Idee allein reicht nicht aus.

Dr. Andreas Starke, General Manager Intellectual Property

Dr. Andreas Starke:

Dabei ist es wichtig zu unterstreichen: Die Idee allein reicht nicht aus. Denn über die alleinige Idee hinaus sind Investitionen und Ingenieursleistung notwendig, um neue Produkte zu erschaffen. Erst damit können im Markt Standards etabliert werden.

tec.news: Wie positioniert sich HARTING?

Dr. Andreas Starke:

Unsere Köpfe haben einen maßgeblichen Anteil an der Identität unseres Unternehmens. Sie haben Standards wie etwa unsere Han® Steckverbinder – bereits seit Generationen im Einsatz – geschaffen, sind sichtbar im Bereich Rundsteckverbindersystem PushPull und haben den RJ Industrial als industrietaugliche Variante des RJ45 ins Leben gerufen.

Dr. Stephan Middelkamp:

Und auch im Rahmen der zukünftigen technologischen Veränderungen und ihrer jeweiligen Herausforderungen sind wir gut aufgestellt und werden weiterhin Standards setzen. Unser Engagement in den Bereichen E-Mobility und Datencentern zählt ebenso dazu wie auch das Gebiet des IoT (Internet of Things), auf dem wir neue Steckverbinder etablieren. Für uns als Technologiegruppe stehen dabei unser Zugang zum Markt und die Nähe zum Kunden im Vordergrund. Diese Faktoren zeichnen uns aus, um zusammen mit dem Anwender in der Applikation den Nutzen zu generieren und Standards voranzutreiben.

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