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Strategie
23/04/2020

75 Jahre HARTING Innovationen, die die Industrie veränderten

Vom Familienbetrieb zum Weltkonzern
Lars Kühme
Lars Kühme
Manager Media and Public Relations, HARTING Stiftung & Co. KG
75 Jahre HARTING

Die spannende Firmengeschichte des familiengeführten Unternehmens HARTING erzählt von 75 Jahren Erfindergeist, Innovationsreichtum, unternehmerischem Geschick, vielfachen Auszeichnungen und vor allem von Menschen, die Industrie und Produktion nachhaltig geprägt haben. Viele Produkte und Lösungen haben sich weltweit durch ihre Qualität zum Standard etabliert. Allen HARTING-Generationen gemeinsam ist ein sicheres Gespür für Zukunft. Dabei schaffen es die Familienmitglieder durch ihre Visionskraft alle Mitarbeitenden jeden Tag neu zu Ideen und Leistung zu motivieren. „Pushing Performance“ ist nach 75 Jahren auch ein Grund zum Feiern!

1945 Gründergeist und Wirtschaftswunder

Auf 100 m2 und mit 10 Mitarbeiter fing alles an. In den Wilhelm Harting Mechanische Werkstätten fertigt das Gründerehepaar Marie und Wilhelm Harting in der Nachkriegszeit Alltagsprodukte wie Kochplatten, elektrische Feueranzünder und Bügeleisen. Mit ihrem Fahrrad liefert Marie Harting die Produkte an die ersten Kunden im Tausch für Brot und andere Lebensmittel.

Nach nur 5 Jahren ist das Unternehmen 1950 bereits auf 170 Mitarbeiter angewachsen und erwirtschaftet einen Umsatz von über 1,2 Mio Mark.

Im Deutschland der fünfziger Jahre trifft Wilhelm Harting mit Musikboxen, einem Plattenspieler mit 12-Fach-Wechsler und Phonokoffern den Hunger nach Unterhaltung seiner Klientel. In den sechziger Jahren verlagert sich der Verkauf auf Zigarettenautomaten und dem Zukunftsbringer: dem Steckverbinder.

75 Jahre HARTING
Seit 1947 ist HARTING Aussteller auf der Hannover Messe. 2016 Bundeskanzlerin Angela Merkel und US Präsident Barack Obama auf dem HARTING Stand.

1956 – 1960 HAN Steckverbinder, die alles verändern

In der Nachkriegszeit braucht die aufstrebende deutsche Industrie Steckverbinder. Sie müssen robust, leicht handhabbar und vielfältig einsetzbar sein. Das ist die Geburtsstunde des HAN®, eine Name, der für HARTING Norm und Qualität in heute über 70 Ländern steht. Diese Entwicklung und vor allem die Weiterentwicklung des HAN® Steckverbinder zur quadratischen Form des Han A®- Steckverbinders trägt maßgeblich zum Unternehmenserfolg und der globalen Expansion bei. Mit den neuen Rechtecksteckverbinder Han B®-wird der Standard erweitert.

Als Diplom Physiker Dietmar Harting nach dem überraschenden Tod seines Vaters gemeinsam mit Mutter Marie die Geschäfte ab 1967 führt, hat das Unternehmen schon fast 1.000 Mitarbeitende. Die sich rasant entwickelnde Halbleitertechnik begünstigt die Firmenexpansion, auch im Ausland. Mit dem Bedarf an dreiseitig angeordneten Kontakten bringt HARTING eine neue Stecker-Generation nach DIN 41612 auf den Markt.

Zum 25-jährigen Firmenjubiläum erwirtschaften 1.305 Mitarbeitende einen Umsatz von über 42 Mio. Mark.

1975 – Leiterplatten-Steckverbinder

Schon früh bedient HARTING die Nachfrage nach immer kleineren Komponenten. Der Trend der Miniaturisierung macht Leiterplatten-Steckverbindern kleiner, kompakter und gleichzeitig leistungsfähiger. Diese Entwicklung hin zu immer kleineren Komponenten wird das HARTING Produktsortiment über Jahrzehnte nachhaltig prägen.

75 Jahre HARTING
Kleinere Leiterkarten verlangen nach verschiedenen Größen bei Steckverbindern.

1979 Internationalisierung

Die HARTING Technologiegruppe hat sich international schnell den Ruf als Produzent für qualitativ hochwertige Produkte erarbeitet, die als Quasi-Norm in verschiedensten Produktionszweigen gelten. Europäische Tochtergesellschaften werden gegründet. Bereits 1989 macht der Auslandsumsatz schon 40% des Gesamtumsatzes aus.

75 Jahre HARTING
1979 - HARTING Werk 2.Produktion auf 50.000 m2

1987 – 1993 Die Evolution der Steckverbinder

Mit Han-Com® kommt zum ersten Mal mehr Modularität in den Stecker, denn er kombiniert Leistungs- und Signalkontakte. Doch damit nicht genug. Mit dem Anspruch nach Datenübertragung wird plötzlich eine komplett neue Generation an Steckverbindern benötigt: Die har-bus® Steckverbinder.

Die Kundenanforderung an Steckverbinder wurden in den 90-igern zunehmend komplexer: elektronische, optische und gasförmige Signale sollten übertragbar sein. Im Laufe der Jahre entwickelte sich die Han-Modular® zu einer erfolgreichen und umsatzstarken HARTING Baureihe und zum Marktstandard für modulare Industrie-Steckverbinder. Die Baureihe vereint Leistung, Signale und sogar Druckluft in einem einzigen Steckverbinder.

1995 – Die Bahn: Ein Kunde als Impulsgeber für neue Produkte

Die besonderen Anforderungen im Schienenfahrzeugbau haben zu einer Reihe entscheidender Innovationen durch HARTING geführt. Der Ruf nach mehr Energieeffizienz und weniger Gewicht verlangen Steckverbinderlösungen ganz neue Produkteigenschaften ab.

Han®HPR wurde speziell entwickelt, um Installations- und Prozessvorteile zu realisieren. Die extremen Umweltanforderungen im Bahnbereich führen zu einer komplett neuen Gehäuselösung. Höhere Druckdichtigkeit und größeres Gehäusevolumen für große Kabelquerschnitte, zusätzlich eine verbesserte EMV-Performance werden von der Han®HPR erfüllt.

 

Industrie 4.0, Internet der Dinge und Künstliche Intelligenz

HARTINGs Connectivity Produkte und besonders auch die MICA® haben die Smart Factory als Digitalkonzept der Industrie 4.0 ermöglicht. Herstellende Unternehmen profitieren von automatisierter Zustandsüberwachung ihrer Anlagen oder vorausschauende Wartung (predictive maintenance), z.B. auf Basis von RFID. Alles Themen, die HARTING mit seinen Lösungen bedient. Die Kommunikation von Werkzeugen, Anlagen und Behältern über das Internet-of-Things setzt entsprechende Technologien zur Datenübertragung voraus. Dabei kommen komplett neue Generationen von Steckverbindern und Verkabelungslösungen ins Spiel.

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz als Schlüsseltechnologie, z.B. für die Festlegung der optimalen Auftragsreihenfolge und Maschinenauslastung, damit verbundene geringe Ausfallszeiten dank integrierter Wartungsintervalle, schnelle Auftragsbearbeitung, keine Lieferverzögerungen sind große Kundenvorteile im globalen Wettbewerb.

 

Familie Harting „Zukunft braucht Herkunft“

Was braucht es, um aus einem Familienbetrieb im ostwestfälischen Minden einen Weltkonzern mit einem Jahresumsatz von 750 Mio. Euro und über 5.000 Beschäftigten zu machen? Eine starke Familie,  mit viel Kompetenz, Engagement und Herzblut. In nur 3 Generationen bauen die Gründer Marie und Wilhelm, ihr Sohn Dietmar mit seiner Frau Margit, sowie deren Kinder Philip und Maresa das Unternehmen auf und entwickeln es zu dem, was es heute ist. Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen, Volks- und Betriebswirtschaftslehre ist ihre Kompetenzgrundlage, mit der sie die Unternehmensexpansion, den Eintritt in neue Märkte und die Ausweitung des Produktsortiments vorantreiben. Ein Gespür für die Kunden und deren komplexe Wünsche sowie das richtige Timing entwickeln sie über die Jahre. Mit Erfolg.

Die Liste der Auszeichnungen und Ehrungen sowie das berufliche und ehrenamtliche Engagement aller vier Familienmitglieder sind beindruckend. Das Motto „Zukunft braucht Herkunft“ beschreibt diese visionäre und gleichzeitig bodenständige Familie wohl am besten.

 

 

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