Direkt zum Inhalt
Strategie
15/11/2019

Standards - Zusammen mit Anwendern setzen

Andreas Nass
Andreas Nass
Director PD Advanced Development, HARTING Electric

In einer globalisierten und vernetzten Welt werden Standards immer wichtiger. Das gilt insbesondere für neue modulare Fabrik- und Fertigungskonzepte.

Hannover Messe SmartFactory

Im Anlagenbau plant der Anlagenbauer alle Betriebsmittel und Teile einer Produktionsanlage und errichtet diese. Änderungen im Anlagenlayout sind über die Lebensdauer hinweg relativ selten, werden dann geplant und die Anlagen in Form von Projekten umgebaut. Für die Verbindungstechnik bedeutet das, dass der Anlagenbauer den kompletten Steckverbinder (Anbau- und Kabelseite) anhand der individuellen Anforderungen definiert.

Standards für die Produktion der Zukunft

Zukünftige modulare Produktionsanlagen einer Industrie 4.0, wie man sie zum Beispiel in der SmartFactoryKL oder der HARTING HAII4YOU Anlage sehen kann, haben neue Anforderungen, die zusätzliche Schnittstellen erfordern. Ein dynamischer Umbau der Anlage im laufenden Betrieb und Leasingkonzepte für Produktionsmodule führen dazu, dass der komplette Steckverbinder zur standardisierten Schnittstelle des Produktionsmoduls wird. Da die Anlage zum Wechsel der Produktionsmodule nicht mehr komplett außer Betrieb gesetzt wird und der Wechsel durch das Bedienpersonal erfolgt, ändern sich auch die Anforderung an den Anlagen und Personenschutz. Um Person und Anlage zu schützen, muss sichergestellt werden, dass die Steckverbindung nur in einem sicheren Anlagenzustand gesteckt beziehungsweise gezogen wird. Hierzu müssen neben einer angepassten Elektromechanik auch zusätzliche Funktionen im Steckverbinder integriert werden. Außerdem besteht die Aufgabe darin, diese Funktionen auf das Anlagenumfeld prozess- und datentechnisch abzustimmen. Damit dies anwender- und herstellerneutral funktioniert, ist eine Standardisierung notwendig.

Anwender bestimmen Standards

Hierbei haben die Applikationen einen großen Einfluss auf Anforderungen und Funktion der Schnittstelle. Somit müssen sich die Anwender mehr in die Standardisierung einbringen.

Aktuell wird in einem Arbeitskreis der DKE (Deutsche Kommission Elektrotechnik), dem deutschen Normungsinstitut, an einer Norm für Steckverbinder mit Zusatzfunktionen gearbeitet. Dieses Normungsvorhaben soll smarte Schnittstellen definieren, die zusätzlich zur reinen Steckverbinderfunktion auch mit neuen zusätzlichen Funktionen in die Steuerung und IT der Anlage integriert sind.

Die Definition der Anforderungen für die jeweilige Applikation kommt von Anwendergruppen, welche die Anforderungen aller am Markt befindlichen Anwender bündeln.

Im vorliegenden Fall ist dies die SmartFactoryKL, eine Forschungsgemeinschaft namhafter Anwender. Die Erkenntnisse und Lösungen der SmartFactoryKL liefern die Grundlagen für die Normungsarbeit auf den Ebenen Systemtechnik, Elektronik und Elektromechanik. Weitere Applikationen werden folgen. Die Einführung von Gleichstromnetzen in der Industrie kann eine weitere Applikation sein. Derzeitige, durch Anwender getriebene Forschungsprojekte (DC-Industrie) werden den notwendigen Input für die Standardisierung liefern.

Es wird sich ein Normenwerk entwickeln, das die unterschiedlichsten Applikationen abbilden wird. Zukünftig werden neue Normen auch durch Anwender oder Anwendergruppen angefordert, die an der Standardisierung intensiv mitarbeiten.

Artikel weiterempfehlen

Eingeschränktes HTML

  • Zulässige HTML-Tags: <a href hreflang> <em> <strong> <cite> <blockquote cite> <code> <ul type> <ol start type> <li> <dl> <dt> <dd> <h2 id> <h3 id> <h4 id> <h5 id> <h6 id>
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Website- und E-Mail-Adressen werden automatisch in Links umgewandelt.