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Lösungen
22/02/2019

Die Zukunft des Single Pair Ethernet

Ein Interview mit Experten der HARTING Technologiegruppe
HARTING T1 Industrial cabling component
Der Single Pair Ethernet Anschluss "Tw1ster".

Was steckt hinter Single Pair Ethernet und warum wird diese Übertragungstechnik in den kommenden Jahren wichtig werden? tec.news sprach dazu mit Matthias Fritsche, Product Manager Ethernet Connectivity, und mit Rainer Schmidt, Business Development Manager HARTING EC.

tec.news: Der Tw1ster wurde von der IEC zum Industriestandard bei SPE gewählt. Was spricht besonders für sein Steckgesicht?

R. Schmidt:

Der große Vorteil unserer Lösung ist ein einheitliches Steckgesicht, das wir als Datencontainer bezeichnen. Dieser wird in allen Varianten von der IP20 Version bis hin zu den IP65/67 Ausführungen mit den bekannten M8/12 Schraubverriegelungen und den Produkten mit PushPull- und SnapIn-Verriegelung verwendet. Herausragend ist auch das HF-Design. Wir haben ein symmetrisches Steckgesicht entwickelt, das auch hinsichtlich höherer Datenraten Luft nach oben hat und somit zukunftsfähig ausgelegt ist.

tec.news: Welche Produkte werden Sie 2019 um SPE vorstellen?

M. Fritsche:

Gemäß dem angesprochenen einheitlichen Steckgesicht beginnen wir bei der Produktrealisierung mit den IP20 Varianten. Zur Hannover Messe im April dieses Jahres bringen wir das Thema mit der gewinkelten Lötbuchse und dem Steckverbinder mit Crimpanschluss sowie fertigen SPE Patchkabeln ins Rollen. Als nächster Schritt sind zur SPS die ersten IP65/67 Varianten in M8/M12 Baugröße geplant.

tec.news: Sind die geringeren Kosten das entscheidende Merkmal für den Erfolg von SPE?

R. Schmidt:

Die potentiell geringeren Kosten für die Verkabelung sind sicher wünschenswert, aber nicht das entscheidende Argument für den Einsatz von SPE. SPE ermöglicht den durchgängigen Einsatz des TCP/IP Protokolls bis hin zu kleinsten Geräten, also der Miniaturisierung im Rahmen einer Integrated Industry. Und das treibt die Entwicklung neuer Geräte und Anwendungsfelder gerade in Sensor/Aktornetzwerken voran. Der Sensor wird „intelligent“, Teil des Gesamtnetzwerks und reduziert die Zeiten für Parametrierung, Initialisierung und Programmierung. Das bringt den wirklichen Anwendernutzen und die Kostenvorteile.

tec.news: SPE ermöglicht die gleichzeitige Übertragung von Daten und Spannung. Gerade für das IIoT ist das sicherlich entscheidend?

M. Fritsche:

Ja, genau. PoDL ist analog zu PoE ein leistungsfähiger Standard für die Übertragung von Versorgungsspannung und Daten über das gleiche Adernpaar. Das ist der entscheidende Vorteil zu allen drahtlosen Systemen und nur so können Sensoren und auch Aktoren bis 50 W über SPE und PoDL betrieben werden.

tec.news: Wie wichtig ist die Kombination mit TSN?

R. Schmidt:

TSN, also Time Sensitive Network, ist ein Paket von Erweiterungen der IEEE802.1 Ethernet Standards zur Datenübertragung mit sehr geringer Reaktionszeit und hoher Verfügbarkeit für Echtzeit-Audio/Video-Streams sowie Echtzeit-Steuerungen. SPE in Verbindung mit TSN ist die Technologie, um mit Ethernet flächendeckend in die Feldebene vorzudringen.

tec.news: Über Ethernet ist eine durchgängige Anbindung von der Cloud bis in die Feldebene mit nur einer Technik möglich. Welche Vorteile bietet das?

M. Fritsche:

Mit durchgängigem Industrial Ethernet von der Cloud bis an jeden Sensor werden neue Services einfach realisierbar. Sensorik im Internet der Dinge steht nicht mehr nur einer einzelnen Applikation zur Verfügung, sondern wird universell eingesetzt. So kann ein Temperaturwert für das Steuern aber auch für die Zustandsüberwachung im Rahmen der Predictive Maintenance eingesetzt werden. Das ist natürlich nur mit Ethernet möglich – proprietäre Technologien benötigen immer Gateways und individuelle Adaption, was kommunikationstechnisch in der Praxis zu Sackgassen führt. Mit Ethernet wird diese Kommunikationsplattform der Integrated Industry Realität, so dass auch die Komplexität im Netzwerk abnimmt. Aufwand für Betrieb und Wartung werden reduziert.

Der Anwender für SPE wird also ab 2019 nicht nur Produkte zur Verfügung haben, sondern auch gültige Standards sowie Richtlinien zu Installation und Test der Komponenten. Die HARTING Technologiepartnerschaft liefert den Kunden Hilfestellung bei der Implementierung von SPE und somit echte Wettbewerbsvorteile.

M. Fritsche und R. Schmidt
M. Fritsche, Product Manager Ethernet Connectivity (links) & R. Schmidt, Business Development Manager, HARTING Electronics
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